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title: "Tarot als Spiegel: Hinschauen, ohne die Zukunft festzuschreiben"
description: "Eine persönliche Tarot-Legung mit der Neun der Schwerter und der Drei der Kelche: über Sorgen, bewusstes Hinschauen und den Halt vertrauter Menschen."
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 Oktober 25, 2026

# Tarot als Spiegel: Hinschauen, ohne die Zukunft festzuschreiben

![Picture of Philipp](https://app.hubspot.com/settings/avatar/88937263aa3855eb18d532761f0e137a) By  [Philipp](https://www.magickalthings.net/hinter_dem_schleier/author/philipp)  ·   6 minute read

![Neun dunkle kantige Linien zwischen fließenden grünen Formen mit dem Text Tarot als Spiegel – Was beschäftigt dich gerade?](https://www.magickalthings.net/hubfs/hs-generated-images/Nine%20Angular%20Lines%20in%20Deep%20Forest%20Green.png)

## „Ja, ist klar.“

Für diesen Beitrag habe ich eine Karte gezogen. Ich wollte dich mitnehmen und zeigen, wie ich selbst mit den Karten arbeite. Was ich darin sehe, welche Fragen dabei entstehen und was das mit meinem Leben zu tun hat.

Es kam die Neun der Schwerter. Und sie lag auch noch auf dem Kopf.

Mein erster Gedanke war: „Ja, ist klar.“

Die Nacht davor war nicht erholsam gewesen. Ich war durch Schmerzen aufgewacht, und dann hatte mein Kopf angefangen zu arbeiten. Gedanken, Sorgen, Dinge, die mich beschäftigten. Als ich später die Karte betrachtete, fühlte es sich an wie ein Blick in einen Spiegel. Da war etwas abgebildet, das ich gerade erlebt hatte.

Eine schwierige Karte also. Aber was mache ich damit? Muss ich jetzt davon ausgehen, dass mir die nächste schlaflose Nacht bevorsteht?

## Was ich in der Neun der Schwerter sehe

Für diese Legung habe ich das Dark Wood Tarot verwendet. Auf der Neun der Schwerter sehe ich eine Frau in einem roten Kleid. Sie sitzt halb auf dem Bett und hält sich den Kopf. Auf mich wirkt es, als sei sie gerade aufgewacht. Über ihr hängen oder schweben neun Schwerter.

Für mich hat das etwas von Damoklesschwertern. Da hängt etwas über ihr, das bedrohlich wirkt. Ich verbinde die Schwerter mit Gedanken und der Psyche. In dieser Karte erkenne ich besonders jene Sorgen, die nachts laut werden, uns wach halten oder in unruhigen Träumen auftauchen.

Würde ich daraus eine Zukunftsankündigung machen, könnte sie ziemlich unerfreulich klingen: wieder eine schlaflose Nacht, wieder Sorgen, wieder eine anstrengende Zeit. Tolle Aussichten, oder?

So möchte ich mit meinen Karten umgehen: als Einladung, genauer hinzuschauen, ohne aus dem Bild eine festgelegte Zukunft zu machen. Das gilt für die Neun der Schwerter genauso wie für jede andere Karte. Und die Nacht nach dieser Legung habe ich übrigens hervorragend geschlafen.

Das Bild hat mich an eine Erfahrung erinnert. Daraus muss für mich keine Vorhersage werden.

## Eine Frage statt eines Urteils

Die Frage, die ich mir mit dieser Karte stelle, lautet: Was beschäftigt mich gerade so sehr?

In meinem Leben ist einiges im Wandel. Ich überarbeite mein Meditationskonzept. Gleichzeitig habe ich meine Arbeitszeit im Job erhöht. Dadurch verändert sich mein Rhythmus. Ich bin mehr draußen, habe mehr Kontakt mit Menschen und merke, dass ich diese Umstellung vielleicht unterschätzt habe.

Dazu möchte ich Zeit für meine Beziehung und meine Freundschaften haben. Eine Freundin zieht ins Ausland. Für ihre Verabschiedung backe ich noch Kuchen, obwohl ich hundemüde bin. Mir bedeutet dieser Abschied etwas. Dass ich mich darauf freue, macht mich aber nicht weniger müde.

Dazu kam die kaputte Heizung. Tagelang war es kalt, und ich konnte selbst nichts daran ändern. Inzwischen funktioniert sie wieder, aber sie hat mich eine Weile beschäftigt.

Ich kenne es von mir, dass in belastenden Phasen auch mein Rücken verspannt ist. Ob das in dieser Nacht die Ursache der Schmerzen war, weiß ich nicht. Ich weiß nur: Ich lag wach, und in meinem Kopf war einiges los.

Beim Betrachten der Karte kommen diese Dinge zusammen. Die Umstellung im Job, die Müdigkeit, der Abschied. Was davon beschäftigt mich gerade besonders? Und welche Befürchtungen kommen noch dazu?

## Hinschauen, ohne sich im Grübeln zu verlieren

Mit Hinschauen meine ich, erst einmal wahrzunehmen, was da ist. Ich muss noch nicht wissen, warum alles so gekommen ist oder wie es weitergeht.

Ich stelle es mir vor, als würde ich einen Gegenstand betrachten, ohne ihn anzufassen. Welche Formen sehe ich? Welche Farben und Strukturen? Was liegt da eigentlich vor mir?

Ähnlich versuche ich, einen Gedanken zu betrachten. Möglichst wertfrei und ohne ihn gleich bearbeiten zu müssen. Zum Beispiel wahrzunehmen: Mein Arbeitsrhythmus hat sich verändert. Ich bin müde. Der Abschied von einem vertrauten Menschen beschäftigt mich.

Für mich ist das etwas anderes, als gedanklich immer weiter durch Möglichkeiten zu wandern: Was könnte noch passieren? Und wenn es anders kommt? Was bedeutet das dann wieder? Dieses Weiterziehen von einem möglichen Ausgang zum nächsten nenne ich für mich manchmal „Doomscrolling im Kopf“.

Wenn ich so hinschaue, bekommt ein zunächst abstrakter Gedanke manchmal eine erkennbare Form. Da ist die Veränderung im Job. Da ist die Müdigkeit. Es wird nicht automatisch besser oder schlechter. Aber für mich manchmal klarer und damit auch ein wenig leichter.

Die Karte gibt mir dafür ein Bild. Was ich darin wiedererkenne, schaue ich mir an. Ich muss daraus nicht sofort einen Plan machen.

## Warum ich eine zweite Karte gezogen habe

Die Neun der Schwerter lag auf dem Kopf. In meiner persönlichen Arbeitsweise ist das der Anlass, eine Karte vom unteren Ende des Stapels zu ziehen. Ich nenne das meine Arbeit mit Schattenkarten.

Eine umgekehrte Karte lese ich also nicht einfach als Gegenteil ihrer aufrechten Bedeutung. Ich ziehe vom Stapelboden weiter, bis eine aufrechte Karte erscheint. Manchmal höre ich auch früher auf, wenn es sich für mich so anfühlt, als solle die Geschichte gerade noch nicht weitererzählt werden.

So arbeite ich persönlich mit Schattenkarten. Die ergänzenden Karten gehören für mich zur ganzen Geschichte. Ich betrachte sie zusammen und schaue, welche Verbindungen sich ergeben.

Bei dieser Legung kam als zweite Karte die Drei der Kelche.

## Drei Katzen und ein gemeinsames Feuer

Auf der Drei der Kelche sehe ich drei Katzen um ein Feuer. Die Kelche stehen bei ihnen am Boden. Ihre Schatten sind miteinander verbunden. Für mich erzählt dieses Bild von einer tiefen Verbindung, die eher ätherisch als physisch ist. Das Feuer wärmt sie gemeinsam. Es ist ihres.

Ich verbinde die Drei der Kelche mit Freundschaft, Gemeinschaft und gemeinsamem Feiern. Beim Betrachten merke ich, wie viel davon an diesem Tag schon da war.

In der schwierigen Nacht habe ich meiner besten Freundin und meinem Freund geschrieben. Ich habe von den Schmerzen erzählt und von den Gedanken, die mein Kopf in den letzten Tagen verarbeitet hat. Vielleicht habe ich auch gejammert. Ich habe jedenfalls geteilt, wie es mir ging.

Ich erwartete keine Lösungen. Es war gut, mich an Menschen wenden zu können, denen ich vertraue und die mir wichtig sind. Obwohl ich körperlich allein war, habe ich bewusst gespürt, dass ich nicht allein bin. Das hat mir Halt gegeben.

Im Nachhinein kam ein anderer Gedanke dazu: Machen sie sich jetzt noch Sorgen, obwohl es mir inzwischen wieder etwas besser geht? Nicht gut, aber okay. Ich möchte nicht, dass Menschen sich um mich sorgen. Gleichzeitig habe ich diesen Austausch gebraucht. Beides war da.

Auch die bevorstehende Verabschiedung meiner Freundin gehört für mich zu diesem Bild. Selbst gemachtes Essen, unsere gemeinsame Zeit feiern, noch einen schönen Moment teilen. Ich arbeite an diesem Abend, und trotzdem wollen wir Zeit füreinander finden. Vielleicht sind es nur Augenblicke. Sie sind mir wichtig.

Ich bin immer noch müde. Trotzdem ist da beim Blick auf diese Katzen auch die Erinnerung an die Nachrichten, an das Zuhören und an die gemeinsame Zeit, die uns wichtig ist.

## Was beschäftigt dich gerade?

Vielleicht erkennst du etwas von dir in dieser Geschichte wieder. Einen Gedanken, der nachts laut wird. Den Wunsch, jemandem davon zu erzählen, ohne gleich nach einer Lösung suchen zu müssen.

Was beschäftigt dich im Moment? Wenn du magst, benenne ein konkretes Thema, ohne gleich nach seiner Lösung zu suchen. Nicht alles auf einmal und nicht so lange, bis du eine Antwort gefunden haben musst.

Vielleicht erkennst du einen Unterschied zwischen einer Situation, die gerade stattfindet, und dem, was du für ihren weiteren Verlauf befürchtest. Beides darfst du wahrnehmen, ohne dich dafür zu verurteilen.

Und dann die Frage, die für mich mit der Drei der Kelche dazugekommen ist: Wem kannst du erzählen, wie es dir wirklich geht? Mit wem kannst du auch schwierige Momente teilen, ohne dass sofort jemand eine Lösung liefern muss?

Vielleicht fällt dir jemand ein. Vielleicht bleibt die Frage erst einmal offen. Du musst darauf jetzt keine Antwort finden und auch nicht weiter hinschauen, wenn du gerade eine Pause brauchst.

## Die Entscheidung bleibt bei dir

Für mich sind Tarotkarten ein Werkzeug. Sie haben keine eigene Macht. Was mich an ihnen fasziniert, sind die Bilder und die Fragen, die in der Begegnung mit ihnen entstehen.

Auch in einer Lesung für andere Menschen möchte ich keine Entscheidungen abnehmen. Wenn ich gefragt werde, was jemand tun soll, komme ich immer wieder zu Fragen zurück wie: Was möchtest du denn tun? Was fühlt sich für dich richtig an? Wie geht es dir damit wirklich?

Wenn ich in einer Karte Kreativität, Schaffen oder Freude wahrnehme, möchte ich wissen, was der Person genau dieses Gefühl gibt. Das kann ich nicht für sie festlegen. Meine Beschreibung ist ein Angebot für das gemeinsame Gespräch.

In dieser Legung habe ich die unruhige Nacht wiedererkannt und den Halt, den ich durch zwei vertraute Menschen gespürt habe. Kein Problem war dadurch automatisch gelöst. Aber ich konnte deutlicher wahrnehmen, was gerade da war.

Ich wünsche mir, dass meine Arbeit Menschen Raum gibt, eigene Wünsche und Entscheidungen zu erkennen. Wir können nicht jeden Umstand bestimmen. Trotzdem möchte ich die Zukunft nicht als etwas behandeln, das uns sämtliche Entscheidungen bereits abgenommen hat.

Für mich bleibt aus dieser Legung etwas Einfaches: Ich möchte sehen, was mich beschäftigt. Und ich darf es mit Menschen teilen, denen ich vertraue.

Wenn du dir für dein eigenes Thema einen gemeinsamen Blick mit den Karten wünschst, findest du auf meiner Tarotseite die Möglichkeiten für eine persönliche Session.

[Meine Tarot-Session finden](https://www.magickalthings.net/tarot)

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## Du möchtest das Deck kennenlernen?

Für diesen Beitrag habe ich mit dem **Dark Wood Tarot** von Sasha Graham, mit Illustrationen von Abigail Larson, gearbeitet. Es ist eines meiner Lieblingsdecks. Ich habe es mir vor ein paar Jahren selbst zum Geburtstag geschenkt, weil mich die Illustrationen so begeistert haben.

Wenn du dir selbst einen Eindruck von diesem Deck machen möchtest, findest du es über den folgenden Link. Für die Reflexionsfragen aus diesem Beitrag brauchst du es nicht.

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![Drei weiche grüne Formen, durch goldene Strömungen verbunden, mit dem Text Du musst nicht alles allein tragen.](https://www.magickalthings.net/hubfs/hs-generated-images/Three%20Abstract%20Forms%20In%20Forest%20Green%20With%20German%20Quote.png)

## Ein Gedanke darf weiterziehen. Eine Verbindung darf bleiben.

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© 2026 Philipp Fiedler MagickalThings

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